Elysium, Elysium, Bad Bunnies

Eine Spieleabend zum sich drauf freuen tun: Stefan hat Elysium angekündigt; einer dieser Kracher, bei denen schon das Lesen eines dreizeiligen Previews einen akuten Hypeanfall triggert: Griechische Mythologie, Athene vs. Poseidon, Hades vs. Zeus, Karteneffekte kombinieren, variabler Aufbau, coole Grafiken. Her damit! Bevor’s losgeht aber schnell noch der Besswerwisseroberlehrer des Abends:  Es muss Elysion heißen!  Elysion!  Griechisch!!! Warum in aller Welt bekommt ein Spiel über griechische Sagen und Legenden einen lateinischen Titel? Wahrscheinlich, weil’s eh egal ist, in welcher Sprache der potenzielle Kunde den Titel nicht versteht. Spaß am Rande: Bei BGG nach Videos zu diesem Spiel suchen und mitleiden, wenn die Kollegen der englischsprachigen Empires versuchen, den Namen Hephaistos unfallfrei auszusprechen.

Teilnehmer: Philippe, Stefan, Ludger, Jerry

Gespielt wird bei: Jerry


1. Elysium von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert, erschienen bei Asmodee / Space Cowboys

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Erster Eindruck:

Wir spielen zwei Durchgänge: eine Viererrunde die inklusive Erklärung gut 90 Minuten dauert und dann eine Dreierrunde, die dann mit knapp einer Stunde zu Buche schlägt

Erstmal der emotionslose Grundmechanismus:  In der Mitte liegen viele bunte Karten in 5 Farben a 3 Werten (1,2,3).  Jede Karte hat zudem noch einen Aktionseffekt (einmalig oder sich wiederholend). Wir holen Karten zunächst von der Mitte in den aktiven Teil unserer Auslage (die „Sphäre“). Dort können wir ihre Sonderfähigkeiten nutzen. In einem zweiten Schritt verfrachten wir die Karten dann von der Sphäre in den inaktiven Teil unserer Auslage (das „Elysium“), wo sie nun Punkte zählen. Ein wesentlicher Punktelieferant sind dabei Kombinationen in Rommee Art (1-2-3 in Rot oder 2-2-2-2 in unterschiedlichen Farben). Weitere Punkte können während des Spiels durch diverse Aktionen gesammelt oder am Ende durch Bonuskarten abgesahnt werden.  In unseren beiden Runden zeigt sich, dass die Punkteverteilungen durchaus stark variieren und man mit verschiedenen Ansätzen zum Sieg kommen kann.

Elysium fährt ein starkes Thema auf: das griechische Patheon, also nicht Varoufakis und seine Freunde, sondern alte Bekannte wie Zeus, Athene, Hades und Co (Percy Jackson lässt grüßen).  Es gibt 8 verschiedene Götterfamilien, jede mit einem eigenen, cool gestalteten Deck. Dazu klangvolle Karten wie der Kerberos oder Skylla und Charybdis. Sehr sehr hübsch. Im Spiel nutzen wir immer 5 der 8 Familiendecks, was nicht nur optischer Natur ist, sondern zu dramatisch unterschiedlichen Spielerlebnissen führt: Poseidon-Karten sind aggressiv und zerstören dem Nachbarn die Auslage, Athene-Karten sind kooperativ und geben auch den Mitspielern Vorteile. Aber wie so oft bei Eurogames: nach kurzer Zeit blendet man Kartengrafik und Thema aus und schaut nur noch nach Farbe, Wert, Funktion.

Das Spielgefühl von Elysium erinnert ein bisschen an einen Mix aus Splendor und Race for the Galaxy: Man hat einen gemeinsamen, offenen Kartenpool, in dem wir uns Karten wegschnappen können (Spendor). Abseits des Pools optimiert aber jeder für sich seine eigene, recht komplexe Auslage (Race for the Galaxy). Ebenso hat man das alte Engine-Building-Dilemma: Eine Karte kann entweder aktiv sein (ich kann Aktionen damit machen) oder inaktiv im Punktebereich liegen. Knifflig zu sehen, welche Karten im aktiven Bereich ideal zusammnpassen und wann der beste Zeitpunkt ist, eine Karte von aktiv nach inaktiv zu verschieben.

Der größte Pluspunkt von Elysium ist gleichzeitig sein größter Minuspunkt: Es gibt eine Masse von tw. sehr unterschiedlichen Karten, von denen oft etliche gleichzeitig im Spiel sind. In einer Viererrunde können z.B. in der Mitte schnell 17 unterschiedliche Karten liegen, jeder mit Farbe, Wert, Icons, Text.  Das reizt zum Optimieren und Knobeln, macht es aber gleichzeitig so unübersichtlich, dass man droht in Grübelstarre zu verfallen und zudem kaum daran zu denken, ist, das Treiben der Mitspieler  durchdringen zu können. Und damit hätten wir die zweite Parallele zu Race for the Galaxy:  Elysium ist m.E. so anspruchsvoll und verzahnt, dass es mindestens 10 Partien in konstanter Runde mit wechselnden Decks braucht, bis man das Spiel halbwegs flott und informiert spielen kann.  Wobei das Spiel Spaß macht (hätte also nichts gegen weitere Partien).

Alles in allem: Ein sehr originelles Spiel mit mehr als einer neuem Idee. Dass es trotz des attraktiven Themas im Kern wieder recht abstrakt ist, sind wir ja von (allen) anderen Eurogames gewöhnt. Hoher Widerspielreiz trotz signifikanter Grübelgefahr.  Und nächstes Mal will ich dann auch mal gewinnen.

Gewinner Spiel 1: Ludger (67), Philippe (55), Stefan/Jerry (je 53)

Gewinner Spiel 2: Stefan (73), Jerry (68), Philippe (38)


2. Bad Bunnies von Jacques Zeimet, erschienen bei Schmidt Spiele

(Schnell noch ein Absacker hinterher ….)

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Erster Eindruck:

7 Karten auf der Hand. Dann Karten der Reihe nach auf den Tisch. Aufsteigend. Absteigend. Wer nicht mehr legen kann ist raus. Last Man Standing. Der Letzte sackt alle ausgespielten Karten als Punkte ein. Nächster Durchgang. Ist zu zumindest zu dritt um 23:00 nicht so der Burner. Muss es auch nicht, denn erstens sind wir müde und zweitens ist morgen auch noch ein Tag.

Gewinner: Jerry (mit einem Haufen Karten – wir waren zu erschöpft zum Nachzählen)

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