Discoveries, Puzzle Strike, Roll for the Galaxy

Old and busted: Frozen Daiquiri
New hotness: Frozen Vitamalz

Teilnehmer: Stefan, Tom & Jerry

Gespielt wird bei: Jerry


1. Discoveries von Cédrick Chaboussit, erschienen bei Ludonaute (2015)

DSC02719 (Large)

DSC02717 (Large)

DSC02718 (Large)

DSC02713 (Large)

Ganz frisch aus der Druckerpresse: Discoveries – ein Würfel-Worker-Placement Spiel! Yay!

Was passiert? Wir haben jeder ein eigenes Set aus 7 identischen Würfeln sowie ein eigenes Tableau, auf dem wir eben jene Würfel als Worker ablegen können. Hauptziel ist es, Reisekarten zu ergattern, welche uns sofort oder am Ende Siegpunkte bringen. Jede Reisekarte zeigt einen oder mehrere Pfade über Berge und Seen. Um eine Karte zu bekommen, müssen wir die anzeigten Berg- und Seesymbolen vorweisen können und genau dafür gibt es auf unseren Tableaus entsprechende Aktionsfelder: Also: Würfeln, Würfel auf Tableau legen und so Berg- und Seesymbole generieren. Reisekarte nehmen, freuen!  Das ganze wird zum Einen dadurch aufgepeppt, dass wir ähnlich wie bei Orleans oder The Manhattan Project weitere Felder (in Form von Karten) für unsere Würfeworker kaufen können, die uns mehr und leistungsfähigere Aktionen freischalten.  Der eigentliche Clou an Discoveries ist aber die Art, wie wir unsere Würfelworker verbrauchen und zurückholen: Bei vielen Aktionsfeldern bekommen wir unser Würfel nicht direkt zurück, sondern müssen sie in die Mitte auf eins von zwei Sammelfeldern legen. Wenn mir nun die Würfel ausgehen, kann ich Würfel zurückholen und zwar entweder alle Würfel von einem der beiden Sammelfelder oder alle meine eigenen Würfel. So kann es Runde für Runde auch mal passieren, dass ich mit Würfeln der anderen Spieler spiele.

Fazit: Ist das ein Kaufkandidat? Ich persönlich spiele Spiele, die Würfel als Worker oder Spielsteine benutzen, sehr gerne. Kingsburg liegt da ganz vorne, ebenso Alien Frontiers und Burgen vom Burgund.  Ich mag bei diesen dreien, wie man die Fremdbestimmtheit beim Würfeln durch geschicktes Management der Ergebnisse ausgleichen muss und kann. Discoveries ist da zahmer. Irgendwie kann man die meisten Würfelergebnisse doch verwenden und wenn mal bestimmte Augen fehlen, kann man mit Hilfe eines dafür vorgesehenen Aktionsfeldes eigene Würfel auf die gewünschte Seite drehen.  Das macht das Spiel weniger anstrengend, reduziert aber die Emotionen.  Bei Alien Frontiers macht es einfach Spaß, dem Gegner ein Koloniegebiet wegzuschnappen oder ein Schiff zu zerschießen. Burgen von Burgund belohnt kluge Planung mit ansehnlichen Kettenzügen und Kingsburg erfordert Runde für Runde aufmerksames Risikomanagement. Discoceries ist da eher ein fortgeschrittenes Familienspiel, also leichte Kost. Es spielt sich flüssig runter, löst bei mir aber keine besonderen Gefühlsausbrüche aus. Alles in allem: Ein gutes, sauber strukturiertes Spiel das Spaß macht und das ich jederzeit mitspielen würde. Trotzdem kein Kaufkandidat, denn dazu fehlt (mir) der letzte Pfiff.

Sieger: Tom


2. Puzzle Strike von David Sirlin, erschienen bei Pegasus (2015)

DSC02728 (Large)

DSC02723 (Large)

DSC02722 (Large)

DSC02721 (Large)

DSC02720 (Large)

Dominion! Ohne Kartenmischen! Mit funky Stoffsäckchen! Und Action! Endlich ein Deck- … ähhh .. Bag-Building Spiel, bei dem es rund geht.  Statt Karten, sammeln wird runde Pappchips in eigenen Stoffbeuteln, ähnlich wie wir es schon bei Orleans oder Hyperborea gesehen haben. Die Dominion-Anleihen sind bei Puzzle Strike deutlich sichtbar: es gibt Chips, mit denen ich andere Chips nachkaufen kann (also quasi Geld) und Chips mit denen ich Action machen kann. Auch der Ablauf ist sehr ähnlich: Aktionschip ausspielen, Aktionen und ggf. Nachfolgeaktionen durchziehen, Geldchips ausspielen, Chips kaufen, alles ablegen, Chips nachziehen.  Die meisten Aktionen sind ebenfalls bekannt: Mehr Geld, mehr Aktionen, mehr nachziehen, Chips aufwerten, Chips abschmeißen. So weit, so gut.

0_Schmiede (Medium)1_Dorf (Medium)2_Markt (Medium)3_Kapelle (Medium)

Wo ist nun der Gag?  Der Gag liegt in der Art, wie wir das Spiel gewinnen. Anstatt öde Siegpunkte zu sammeln, türmt sich vor jedem nach und nach ein Stapel von Juwelen auf. Aus irgendeinem Grund sind diese Juwelen unbeliebt und wer als erster 10 davon vor sich liegen hat, verliert und beendet das Spiel. Gewinner ist dann der Spieler, der die wenigsten dieser Juwelen abbekommen hat.  Also versuchen wir die giftgrünen Klunker loszuwerden, indem wir sie zu den geschätzten Mitspielern rüberschießen. Dies geht – natürlich – mit den passenden Aktionschips, in diesem Fall mit sogenannten Crash-Juwelen. Kann der Gegner so herübergeschossene Edelsteine nicht abwehren, so muss er sie auf den eigenen Stack of Doom legen und kommt so der düsteren 10-Juwelen-Schwelle immer näher. Aber wo Angriff ist, das gibts auch Verteidigung mit der ich Juwelen, die man zu mir rüberschießt, klein häckseln kann. Es geht also hin und her und wer eben noch scheinbar locker vorne lag, kann eine  Runde später schon kurz vor’m Exitus stehen.

Fazit: Puzzle Strike ist ein wilder Ritt bei dem man keine feine Balance erwarten darf. Hat man die Funktionen der Aktionschips erst mal begriffen, geht es flott hin und her. Zu Beginn sammeln alle noch ihre Kräfte, aber spätestens wenn sich vor jedem ein ansehnlicher Juwelenstapel türmt, werden diese munter hin und her geschossen. Das scheint mit mehr als zwei Spielern nicht wirklich steuerbar. Ein führender Spieler kann von zwei anderen ruck-zuck auf den Boden der Tatsachen zurück geholt werden.  Spaß macht das trotzdem, denn es geht leicht und schnell von der Hand und da man keine Karten mischen muss, können auch Grobmotoriker mitspielen.

Sieger: Jerry (5) vor Stefan (6). Tom schießt sich selbst ims Knie, indem er in der letzten Runde munter sinnlose Aktionschips spielt ohne zu sehen, dass er mit 10 Juwelen schon längst auf der  Abschussliste steht.


3. Roll for the Galaxy von Wei-Hwa Huang und Thomas Lehmann, erschienen bei Rio Grande Games

20150422_223303 (Medium)

Fazit: Kam auf den Tisch, weil der abwesende Philippe das nicht so gerne spielt („ich krieg’s nicht an’s Laufen“). Stefan der uns (Tom & Jerry) in den beiden Runden zuvor noch gelobt hatte („Mit euch kann man immer schön zügig spielen“) wirkt zu Beginn leicht überfordert („Ihr spielt mir zu schnell!“), kriegt dann aber noch die Kurve und trumpft mit vielen gelben Alien-Würfeln auf. Tom vertritt seinen alten Herrn würdig, indem er das Spiel konsequent mit seinem 12. Bauwerk zumacht, obwohl er weniger Punkte hat als beide Gegner. Anschließend großes Gejammer („Oh nein! Oh weh! Hätte ich doch… heuljaul!“ usw. usf.). Hätten wir doch Fleet gespielt 😉

Sieger: Jerry (28P) vor Stefan (28P) im Tiebreaker (3 Restwürfel vs. 2 Restwürfel)

Advertisements

Ein Gedanke zu “Discoveries, Puzzle Strike, Roll for the Galaxy

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s