ExoPlanets, Winziges Weltall

Was ist toller: Startspieler sein oder doch eher nicht? Unser „Pro Gamer“ (Abb.ähnlich) nölt in der ersten Partie (ExoPlanets) rum, dass hinten zu sitzen ja totaler Mist sei und er voll total schlimm benachteiligt sei.

DSC03108 (Medium)

Großzügig ernennen wir ihn im zweiten Spiel (Winziges Weltall) zum Startspieler, was dann aber auch nicht recht ist. „Ey Mann, dass ihr hinten sitzt ist ja voll OP“ tönt es über den Tisch („OP“ ist Neusprech für „Overpowered“ und drückt eine mutmaßlich überproportionale Bevorteilung der Gegner aus.)  Für die nächsten Spiele stellen wir dem Pro Gamer freie Sitz- und Startplatzwahl in Aussicht, allein um den Lärmpegel am Tisch wieder auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Dabei sind: Tom, Jerry, Philippe

Gespielt wird bei: Philippe


1. ExoPlanets von Przemysław Świerczyński, Board & Dice 2015

DSC03117 (Medium)

Eigentlich hatte ich mir ja geschworen, nie wieder bei Kickstarter mitzumachen. Dort wurde ExoPlanets dieses Jahr von dem kleinen polnischen Verlag „Board & Dice“ auf den Markt gebracht. Nie wieder Kickstarter! Weil mich aber Thema (erschaffe Leben auf Planeten), grafische Gestaltung und Mechanik sehr angesprochen haben, bin ich dann doch wieder weich geworden und habe es „gebackt“. Eins vorneweg: im Gegensatz zu Knalltüten wie Game Salute, die ihre Projekte gerne mal um 1-2 Jahre verzögern, hat Board & Dice das Spiel pünktlich fertiggestellt, so dass es der liebe Philippe für mich in Essen einsammeln konnte. Danke dafür!

DSC03105 (Medium)

Bei ExoPlanets erschaffen wir Planeten in einem Sonnensystem, um dann anschließend darauf Leben sprießen zu lassen. Sehr schön ist das Layout: statt eines Brettes legen wir die Planeten (bzw. deren Geburtsorte) rund um eine zentrale Sonne auf dem Tisch aus. In diesem Planetensystem haben wir, wenn wir am Zug sind zwei Aufgaben: Erstens einen neuen Planeten erschaffen (was uns Ressourcen in Form von Wasser, Gas und Energie bringt) und zweitens auf beliebig vielen Planeten Leben entwickeln (was uns ebenjene Ressourcen kostet). Zwischendurch können wir mit Ereignisplättchen für Zoff im Planetensystem sorgen indem wir z.B. die Erschaffungskosten für unsere Gegner hochtreiben, positive oder negative Extrapunkte verteilen oder anderweitig die Auslage manipulieren.

DSC03111 (Medium)

Siegpunkte gibt es am Ende des Spiels für von uns entwickeltes Leben und für erreichte Ziele. Ziele haben wir in Form von geheim gehaltenen Weltall-Plättchen und diese Ziele sind recht unterschiedlich gehalten. Beispiele sind „Erschaffe Leben auf einem Planeten im äußersten Orbit“ oder „Erschaffe Leben auf zwei Planeten des Typs Gasriese“. Das Ganze geht über die feste Anzahl von 5 Spielrunden und ist nach maximal einer Stunde vorbei.

DSC03107 (Medium)

Das erste Spiel ExoPlanets ist naturgemäß etwas zäher. Kern des Spiel sind die Weltall-Plättchen, auf denen wir unsere Ziele und Extraaktionen finden und da diese symbolisch skizziert sind, muss man sich hier erstmal zurecht finden. Nach und nach kommt man aber besser rein. Die Ziele und Extraaktionen sind auch in der Tat der Schlüssel zum Spielsieg, denn nur wer diese geschickt einsetzt, kann sich punktemäßig von den anderen absetzen. Hier muss man erst mal ein Gefühl dafür bekommen, was starke Aktionen sind und was nicht.

Hat man die verschiedenen Handlungsoptionen erstmal verinnerlicht, spielt sich ExoPlanets sauber runter. Die Ereignisplättchen sorgen für einiges an Tumult und „Nimm Dies!“ auf dem „Brett“, womit man umgehen können muss. ExoPlanets ist definitiv ein Spiel bei dem man sich in die Quere kommt.

Nach ca. 55 Minuten hat Jerry dann mit 41-37-34 Punkten gewonnen was aber hauptsächlich dem Erfahrungsvorsprung von 1-2 Solopartien geschuldet ist. Eine Revanche wird auf jeden Fall kommen!

Gewinner: Jerry


2. Winziges Weltall von Scott Almes, Schwerkraft Verlag 2015

DSC03118 (Medium)

Nachdem „Winzige Weltreiche“ (aka „Tiny Epic Kingdoms“) schon gut bei uns ankam kam jetzt der zweite Sproß der „Winzige Welten“ Reihe auf den Markt, „Winziges Weltall / Tiny Epic Galaxies“. Auch hier konnte ich nicht nein sagen: Weltall, Entwicklung, Würfel, kompakte Schachtel: das muss ich haben!

Winziges Weltall hat mit seinem Namensvetter Winzige Weltreiche außer dem Titel und dem Format nichts gemeinsam. Tatsächlich erinnert es von der Art eher an Roll for the Galaxy: Jeder Spieler besitzt eine kleine Galaxiekarte und eine Handvoll (2-4) Raumschiffe. Mit den Raumschiffen besiedeln wir Planetenkarten, um sie nach erfolgreicher Besiedlung unserem bescheidenen Imperium hinzuzufügen. Dafür gibt es Punkte und sobald ein Spieler 21 davon zusammengerafft hat, ist das Spiel auch schon vorbei was maximal 45 Minuten dauern sollte.

DSC03119 (Medium)

Motor des Spiels sind hübsche Würfel mit 6 verschiedenen Aktionssymbolen. Zu Beginn dürfen wir 4 dieser Würfel werfen und im Laufe des Spiels weitere dazu kaufen. Die Würfel setzen wir dann einzeln in Aktionen um, als da wären:  Bewegen unserer Raumschiffe zu den Planetenkarten, Vorantreiben unserer Planetenbesiedlungen, Nehmen von Rohstoffen und das Auslösen von Sonderaktionen. Sonderaktionen finden wir auf unsere Galaxiekarte und auf den von uns eroberten Planeten.

DSC03120 (Medium)

Im Prinzip haben wir hier also ein Micro-Entwicklungsspiel mit Renncharakter: Erwürfle dir Planeten und Ressourcen, um damit noch schneller weitere Planeten und Ressourcen zu bekommen.Wer das am schnellsten schafft, gewinnt mutmaßlich das Spiel. Sehr schön ist nun ein kleiner aber wichtiger Mechanismus, das Kopieren von Würfelaktionen. Unter bestimmten Voraussetzungen darf ich im Zug meines Gegners dessen Aktionen kopieren d.h. ebenfalls durchführen. Dieser feine Kniff entkoppelt unsere Abhängigkeit von den Würfelwürfen ein Stück weit: ich muss ein für mich sehr vorteilhaftes Würfelergebnis nicht zwingend selbst erzielen, sondern kann dies zur Not auch beim Gegner abgreifen.

DSC03114 (Medium)

Wichtig bei Winziges Weltall ist auf jeden Fall flexibel zu sein, sprich die eigene Position möglichst so zu gestalten, dass es wenig unvorteilhafte Würfelergebnisse für mich gibt. Im Spiel heisst das: Raumschiffe verteilen, verschiedene Planeten anfliegen, Sicherstellen, dass man mindestens einmal pro Runde die Möglichkeit hat, einen Gegner zu kopieren.

Insgesamt: ein schönes Spiel. Nach weniger als 45 Minuten ist Schluss mit einem Endscore von 25-21-17. Eventuell problematisch könnte sein, dass es das Spiel deutlich bestraft wenn man in der Entwicklung zu weit zurückfällt. Wenn ich nur 5 Würfel nutzen kann, die Gegner aber 7 dann wird das den Abstand eher noch vergrößern als dass ich ihn aufholen könnte. Mehr Partien werden da Erleuchtung bringen. Kommt wieder auf den Tisch.

Gewinner: Jerry

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s