Grand Austria Hotel, Pi mal Pflaumen

Mehr aus Essen.

Dabei sind: Philippe, Stefan, Jerry

Gespielt wird bei: Jerry


1. Grand Austria Hotel von Virginio Gigli und Simone Luciani, Lookout 2015

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Grand Austria Hotel: Der Titel deutet bereits an, dass wir hier mal wieder ein großes Eurogame auf dem Tisch haben. Wir betreiben Hotels (jeder sein eigenes) und versuchen, diese Hotels mit Gästen zu füllen.

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Ähnlich wie in der Herbertstraße auf St.Pauli erfolgt die Belegung unseres Hotels zweischrittig: im ersten Schritt bitten wir die unschlüssig vor dem Etablissement stehenden Gäste (siehe oben) in unser Restaurant. Haben sie dort Platz genommen, versuchen wir, die Gäste mit einem Deluxe Menü in Laune zu bringen. Statt Astra und Rotkäppchensekt gibt es bei uns aber ganz wienerisch Strudel, Torte, Kaffee und Wein (alles stilecht durch Holzwürfelchen repräsentiert). Natürlich hat jeder Gast seine eigenen Vorlieben:

Gaeste (Medium)

Ist der Gast erstmal satt, beschwipst und müde, geht es ab auf’s Zimmer, welches natürlich vorher vom Servicepersonal hergerichtet worden sein muss, denn selbstredend ziehen unsere Gäste nur in korrekt ausgestattete Zimmer. Sobald ein Gast in einem Zimmer verschwindet, gibt es sofort eine Belohnung für uns in Form von Siegpunkten oder Extraaktionen. Als Ergebns füllt sich unsere Herberge Runde für Runde. Hier der initiale Zustand in dem das Hotel noch leer ist abr bereits drei Zimmer im Parterre hergerichtet sind:

Hotel (Medium)

Damit ist der wesentliche Rhytmus des Spiels bereits beschrieben: Gäste anlocken, Gäste bewirten, Zimmer herrichten, Gäste einquartieren. Neben diesen Kernelementen gibt es noch einig Extramechanismen die das Spiel zusätzlich aufpeppen. So können wir z.B. Hauspersonal in Form von Karten anwerben, welche uns im Spiel dann individuelle Sonderfähigkeiten verleihen (Sonderpunkte, Extraeinkommen, Rabatte u.m)

Der eigentliche Motor des Spiels sind nun Aktionswürfel, mit denen wir die meisten Handlungen auslösen. 12 solcher Würfel haben wir im Dreipersonenspiel und diese werden zu Beginn jeder Runde vom Startspieler gewürfelt. Jede Augenzahl entspricht dabei einer bestimmten Aktion wie z.B. 1 = Strudel oder Torte bekommen, 3 = Zimmer herrichten, 4= Geld erhalten usw.  Die Würfel werden gemäß ihrer Augenzahl nun in die 6 verschiedenen Aktionen einsortiert:

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Wenn ein Spieler nun an der Reihe ist, wählt er einfach einen der Würfel aus und führt dann die zugehörige Aktion durch. Dabei ist die Aktion um so stärker, je mehr Würfel in der entsprechenden Spalte noch liegen. In obigen Bild liegen z.B. zwei Dreien in der Spalte „Zimmer herrichten“. Ein Spieler, der diese Aktion wählt, darf damit zwei Zimmer bezugsfertig machen. Dieser Mechanismus ist interessant, da er zu einer variablen Verfügbarkeit der verschiedenen Aktionen führt. In unserem Probespiel kam z.B. die 2 sehr selten, was zu einer Knappheit von Wein und vor allem Kaffee führte.

Das Ganze geht über eine feste Anzahl an Runden und am Ende wird abgechnet. Siegpunkte gibt es zum einen – wie schon erwähnt – durch das Einquartieren von Gästen aber auch in vielen anderen Kategorien: Geld, Küchenvorräte, belegte Zimmer, Extrawertungen wie „belegte blaue Zimmer“ oder „4 Zimmer in einer Reihe“ und so weiter. Punkte lauern an allen Ecken und Enden.

Unser Probespiel gestaltete sich reichlich zäh: Zentral bei Grand Austria Hotel ist das Ressourcenmamnagement: um Gäste einquartieren zu können brauche ich Küchenvorräte und Geld und wenn es an einem der beiden fehlt, komme ich nur sehr langsam voran. Bei uns waren vor allem Geld und Kaffee sehr knapp, was dazu führte, dass gegen Ende des Spiels alle Spieler weniger als die Hälfte ihres Hotels belegt hatten. Man hatte im Spiel eher das Gefühl, eine kurz vor der Insolvenz stehende Bruchbude zu verwalten als ein ehrwürdiges Wiener Großhotel.

Fazit: Den Mechanismus der variablen Aktionenverfügbarkeit finde ich persönlich sehr originell, weil er zu Flexibilität zwingt: Eigentlich braucht man in diesem Spiel alles: Geld, Küchenvorräte. Gäste, Personal, fertige Zimmer. Weil man sicher aber nicht sicher sein kann, eine bestimmte Aktion auch in der nächsten Runde zu bekommen, muss man versuchen sich möglichst oft so aufzustellen, dass man mit dem gut auskommt, was in der aktuellen Runde verfügbar ist. Diese Variabilität ist aber ein zweischneidiges Schwert, denn wie wir zumindest in unserem Spiel gesehen haben, tut es dem Spielfluss nicht gut, wenn gewisse Aktionen über einen langen Zeitraum zu selten aufgerufen werden können.  Dann wird das Spiel zäh und verliert an Fahrt, was doppelt tragisch ist, denn Grand Austria Hotel ist auch so schon ein Spiel mit reichlich Downtime.

Insgesamt: Für mich eine Spur zu wemig rasant, wäre aber trotzdem für eine zweite Runde zu haben.

Gewinner: Jerry (~105) vor Philippe (~85) und Stefan (~70)


2. Pi mal Pflaumen von Matthias Cramer, Pegasus 2015

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Nach dem Klopper von eben schnell noch ein Absacker: ein Kartensammelspiel mit bescheuertem Namen. „Pi mal Pflaumen“ … hahaha … ich lach mich scheckig …. nicht.

Aber zur Sache: Wir haben hier ein kleines, schnelles Kartensammelspiel . Drei Runden lang sammeln wir Früchtekarten. Die Karten zeigen unterschiedliche Werte zwischen 1 und 18 sowie eine Frucht (Erdbeere, Birne, Orange usw.).

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6 Karten bekommt jeder auf die Hand und dann gehts schon los: Der Rhythmus ist. Einen Kartenstich in die Mitte spielen (jeder eine Karte spielen) und dann die Karten des Stiches an die Spieler verteilen (jeder eine Karte nehmen) wobei der Spieler mit der höchstgespielten Zahl zuerst auswählen darf.  So erhält jeder Spieler Runde für Runde mindestens eine Karte. Diese Karten setzen wir dann zu Sets von gleichen oder unterschiedlichen Früchten zusammen, um diese Sets dann in Siegpunkte umzumünzen. Einige Karten haben zudem noch Sonderfunktionen, mit denen wir das Spiel etwas aufmischen können z.B. indem wir die werten Mitspieler bestehlen.

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Fazit: Müsste man nochmal spielen, vermutlich im wachereren Zustand und mit mehr Leuten. Gestern abend (alle müde) war das Spiel ein bisschen larifari, sprich so richtig Spannung kam nicht auf. Man spielt eine Karte in die Mitte, bekommt eine Karte als Belohnung und versucht Sets voll zu bekommen. Das Stehlen von Karten beim Gegner ist sehr unangenehm, da man dadurch leicht an wertvolle Wertungskarten kommen kann. Vermutlich lohnt es sich auch, genauer zu schauen, wer was sammelt, um den Gegner so besser gegen die Karre fahren zu können. Vermutlich.

Gewinner: Jerry vor Philippe und Stefan

 

 

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