Krosmaster Quest

Heute (naja, eigentlich letzte Woche) mal in etwas anderer Besetzung. Matthias hat sein fettes Krosmaster Sammelset mitgebracht, das nur darauf wartet, ausprobiert zu werden.


1. Krosmaster Quest von Murat Célébi und Nicolas Degouy, Pegasus 2015

„Monster plätten, Prinzessin retten“: Dungeon Crawler sind toll! Im Regal stapeln sich so einige: Descent, Dungeon Twister, Earth Reborn. Nicht im Bild ein Space Hulk 3rd Ed. das irgendwann als Spekulationsobjekt veräußert wurde. Den abgebildeten Spielen ist gemein, dass sie entweder sehr umfangreiche Regeln haben (Descent) oder von schach-ähnlicher Spieltiefe sind (Dungeon Twister) oder beides (Earth Reborn). Was in dieser Sammlung noch fehlt, ist ein Titel der eher in die Kategorie nice-and-easy fällt. Also Krosmaster.

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Krosmaster Quest ist eine Weiterentwicklung des 2012 veröffentlichten Krosmaster Arena. Das Orginal war eher ein Zweipersonenduell, das man ganz entfernt mit Dungeon Twister vergleichen kann: Helden treten gegeneinander an, um sich gegenseitig kräftig auf die Mappe zu hauen. In Krosmaster Quest wurde das ganze jetzt zu einem echten Gruppenspiel weiterentwickelt, bei dem die Spieler entweder kooperativ gegen einen Dungeon Master(„Dämon“ genannt) spielen oder in einem wildern Jeder-Gegen-Jeden sich gegenseitig plus die Monster vermöbeln.

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(obiges Bild am besten mal großklicken)

Was passiert? Jeder von uns bekommt einen Helden, den sogenannten Krosmaster, eine putzig-finstere Figur im japanischen Anime-Stil. Wobei der Krosmaster eigentlich irreführend ist, denn die Krosmaster sind zu mehr als 2/3 weibliche Charaktere. Keine niedlichen Sailor Moon Mädels sondern eher grimmige Rächerinnen im Stil von Hit Girl aus „Kick Ass“. Jeder Krosmaster hat individuelle Fähigkeiten wie Zaubersprüche oder Skills, die wir allerdings auf einer Art Charakterkarte erst nach und nach freischalten müssen. Desweiteren hat unser Krosmaster Geld, kann Ausrüstung tragen und hat eine Art Erfolgsleiste, auf der wir Punke durch erfüllte Aufgaben sammeln. Ziel in Krosmaster Quest: Als erster die eigene Erfolgsleiste füllen.

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Das Brett ist modular aufgebaut und besteht aus einer friedlichen Stadt, in der sich nicht gehauen werden darf und der Wildnis, in der Faustrecht herrscht. Optional kann man sogar noch das Verlies hinzunehmen, eine Art verschärfte Wildnis, in dem sich besonders viele und fette Monster samt Beute tummeln. In allen Fällen steht auf dem Brett einiges an Material herum: Neben unseren Krosmastern und den Monstern finden wir Orte zum Handeln, zum Herstellen von Gegenständen, Teleporter, Beuteplättchen und einiges mehr.

Ausgestattet mit einer handvoll Geld stürzen wir uns also nun ins Getümmel. Wir wählen die konfrontative Variante: Jeder spielt gegen jeden, dazu gibt es noch „neutrale“ Monster, deren Aktionen von uns reihum übernommen werden.  Die Zugstruktur ist dabei denkbar einfach: Wenn ich dran bin, kann ich mich für x Bewegungspunkte bewegen und für y Aktionspunkte Unheil stiften. Aktionen schließen so harmlose Sachen wir Holz fällen, Waren handeln oder Gegenstände herstellen ein oder können sich in Form von Angriffen gegen Monster und Mitspieler richten. Bewegungen und Aktionen können frei gemischt werden so dass unserer Kreativität keine Grenze gesetzt ist.

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Um nun die eigene Erfolgsleiste zu füllen, müssen wir Quests erfüllen, was im Prinzip einfache Aufgabenkarten sind, welche dem üblichen Hack-and-Slay Muster folgen: Geh hierhin, geh dorthin, sammle dies, sammle das, hau dies um, hau das um. Zwischen den Zügen der Krosmaster kommt dabei immer wieder der Dämon dran. Der Dämon steuert die Monster und bringt frische Ressourcen ins Spiel.  Der Dämon kann dabei entweder von einem Spieler alleine gespielt werden (der dann natürlich keinen Krosmaster führt) oder reihum von allen. Wir entscheiden uns für letztere Variante, so dass nach und nach jeder mal Randale auf’m Brett machen darf.

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Unser Spiel dauert ca. zweieinhalb kurzweilige Stunden. Wirklich Tiefsinniges passiert nicht; wir laufen halt rum, ballern auf alles was sich bewegt und leveln uns nach und nach hoch. Regelprobleme gibt es dabei kaum. Krosmaster hat zwar eine recht lange Regel, ist aber in Summe schlanker und übersichtlicher als Descent und (natürlich) nicht annähernd so strategisch/taktisch wie Dungeon Twister oder Earth Reborn. Vom Anspruch haben wir hier also einen Dungeon Crawler für Leute, die nicht zu viel (Spiel)Energie hinein stecken wollen. Aber gerade das macht Spaß. Taktisch kritische Manöver gibt es selten, stattdessen spielt sich Krosmaster schnell und flockig runter. Das einzige Problem in unserer Partie ist, dass kartenbedingt zu wenige Monster nachkommen, was zwischenzeitlich zu einem recht leergefegten Brett führt. Man fühlt sich phasenweise wie Obelix der verzweifelt nach Römern zum Verprügeln sucht.

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(auch hier lohnt sich ein Großklicken)

Der allergrößte Pluspunkt von Krosmaster ist allerdings die Optik. Die Figuren sind einfach erste, allererste Sahne. Und damit meine ich, dass sie sämtliche anderen Minis, die ich so im Schrank habe hinter sich lassen, egal ob Villen des Wahnsinns, Descent oder BattleLore. Dahinter steckt natürlich Kalkül, denn Pegasus und Co wollen uns verführen, neben dem Basisset noch möglichst viele Erweiterungspacks mit neuen Krosmastern zu kaufen. Hat bei Matthias ja schon gut geklappt: Insgesamt 24 verschiedene Figuren hat er sich schon geleistet. Die neuen Krosmaster sehen dabei nicht einfach nur anders aus, sondern bringen allesamt eigene, teilweise neue Skills mit.

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Realistischerweise muss man zugeben, das Krosmaster ein teueres Vergnügen ist: 65 Euro für das Basisspiel plus 30  Euro je 6er Erweiterungsset: da kann man schon ’ne Menge Geld loswerden. Aber wenn man diese Art Spiel mag, ist das Geld nicht schlecht angelegt. Und wenn man Geek genug ist, kann man die Figuren auch in eine kleine Vitrine stellen damit sie nicht in ihren Boxen vor sich hin vegetieren müssen.

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Fazit: Teures, aber schickes Spiel mit (vergleichsweise) leichtem Zugang und flüssigem Spielablauf. Empfehlenswert – wenn man Dungeon Crawler mag.


Dabei waren: Matthias, Jürgen, Olaf, Jerry
Gespielt wurde bei: Jerry

 

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