Orleans Invasion – kooperativ

Vatertag + Coesfelder Spieletagung = zu wenig Zeit zum Schreiben.


Orleans ist ein ausgezeichnetes Spiel, das leider viel zu selten auf den Tisch kommt (hauptsächlich weil ein gewisser Pro-Gamer bei diesem Spiel meistens heftig abgelattet wird und mittlerweile nur noch widerwillig mitspielt). Aber nun gibt’s in der großen Erweiterung „Invasion“ eine kooperative Variante, bei der man ja quasi gar nicht verlieren kann. Jedenfalls nicht alleine. Also versuchen wir uns zu viert an der Teamversion.

DSC03904 (Medium)

Dabei trifft es der Untertitel  schon recht passend, denn in diesem kooperativen Szenario gilt es, Stadt und Land vor einer Meute ungenannter Eindringlinge verteidigen. Dazu ist allerhand zu tun: so muss z.B. die Stadt mit Vorräten in Form von Geld und Nahrungsmitteln versorgt werden, Ritter treten zur Stadtverteidigung an und ein ganzer Ring von Wehrtürmen will errichtet sein.  Spieltechnisch gibt es also eine Reihe von Aufgaben für die ganze Gruppe, die im Prinzip daraus bestehen, verschiedenste Ressourcen zu sammeln. Zusätzlich dazu erhält jeder Spieler eine individuelle Aufgabe, die ebenfalls bis zum Spielende abgehakt sein muss.

Die gemeinsamen Aufgaben: Ritter, Bürger, Nahrung, Geld sammeln
Die gemeinsamen Aufgaben: Ritter, Bürger, Geld & Nahrung sammeln

Der eigentliche Spielrhythmus bleibt dabei im Wesentlichen unverändert: Männchen aus dem Beutel ziehen, zu den verschiedenen Aktionsorten entsenden und anschließend diese Aktionsorte nach und nach auslösen. Zu den aus dem Basisspiel bekannten Orten sind dabei noch vier weitere Plätze hinzugekommen, die speziell auf das kooperative Spiel zugeschnitten sind. So können wir jetzt Gefolgsleute zu unseren Mitspielern entsenden, Aktionsorte der Mitspieler nutzen, sowie Waren und Geld in die Stadt liefern.

Ebenso gibt es die aus dem Basisspiel bekannten Ereignisplättchen, die nun aber ebenfalls in einer auf das Teamspiel zugeschnittenen Version vorliegen. Im Vierpersonenspiel bleiben uns, gesteuert durch diese Plättchen insgesamt 16 Runden Zeit, um all unsere Aufgaben zu erledigen. Einzelsiege oder ein Verräterelement gibt es dabei nicht, wir gewinnen nur wenn wir alle gemeinsamen und alle individuellen Ziele erreicht haben.

Individuelle Aufgaben
Individuelle Aufgaben

Zu Beginn des Spiels fällt zunächst der enorme Vorbereitungsaufwand auf. Das bereits üppig ausgestattete Basisspiel wurde durch eine ganze Reihe von zusätzlichen Brettern und Plättchen aufgemotzt. Da muss so einiges gemischt, sortiert, platziert und aussortiert werden. Unter 10-15 Minuten ist ein Spielaufbau bei „Invasion“ kaum zu machen.

'ne Menge Zeugs zum Aufbauen
’ne Menge Zeugs zum Aufbauen

Wenn das Spiel dann aber erst einmal läuft, spielt es sich angenehm flüssig und intuitiv. Die grundsätzliche Herangehensweise des Basisspiels bleibt zumindest in den ersten Runden sehr ähnlich: man baut sich nach und nach seine Ressourcenmaschine auf, wobei sich für die verschiedenen Spieler durch die individuellen Aufgaben schon früh bestimmte Spezialisierungen herauskristallisieren. Spätestens ab der zweiten Spielhälfte geht es dann aber ins Eingemachte, denn jetzt müssen die von den Spielern erwirtschafteten Ressourcen zügig in die Stadt bzw. aufs Brett gebracht werden. Wie schwer das ist, können wir in einem gewissen Maße selbst einstellen, denn sowohl bei den individuellen Aufgaben, als auch bei den Ereignisplättchen gibt es schwerere und weniger schwere Ausprägungen. Je nachdem welche wir wählen, gestaltet sich das Spiel hektisch oder entspannt.

Spielende! Geschafft!
Spielende! Alle Aufgaben geschafft!

Bei vielen kooperativen Spielen gibt es das Problem, dass ein dominanter Teilnehmer die Partie quasi im Alleingang spielt, indem er den anderen Spielern optimale Züge diktiert. Diese Gefahr besteht bei „Invasion“ nur zu einem geringen Teil. Die Summe aller Teilaufgaben ist so groß, dass ein Einzelner schnell an ihr scheitern kann. Effizienter ist es, wenn verschiedene Spieler verschiedene Teilgebiete unter ihre Fittiche nehmen. So kann sich zum Beispiel ein Spieler um das Anwerben von Rittern kümmern, während ein anderer die Nahrungsmittelversorgung im Auge behält. Das macht „Invasion“ zu einem wahrhaft kooperativen Spiel, bei dem die einzelnen Teamteile gut zusammenarbeiten müssen.Spielen wir zu Beginn oft noch sorglos, wird es gegen Ende oft hektisch, vor allem wenn ein höherer Schwierigkeitsgrad gewählt wurde. Jetzt gilt es auf einmal, das vorhandene Tempo optimal in Aktionen umzusetzen und spätestens jetzt ist das Spiel ohne die Spezialaktionen für den kooperativen Modus nicht mehr zu beherrschen.

Alles das fügt sich zu einem hervorragenden Gesamtbild zusammen. Der hohe Aufwand beim Aufbau wird durch ein intensives, etwa 90 Minuten dauernde Spielerlebnis belohnt, bei dem ständige Kommunikation und Taktikdiskussionen an der Tagesordnung sind. Und – oh Wunder – sogar unserem Orleans hassenden Pro Gamer hat es gefallen.

Fazit: Hervorragende kooperative Version des Strategieklassikers. Wird sicher noch häufiger auf den Tisch kommen.


Dabei in Spiel 1 (PB): Jochen, Philippe, Tom & Jerry

Dabei in Spiel 2 (COE): Stefan, Philippe, Tom & Jerry

 

 

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3 Gedanken zu “Orleans Invasion – kooperativ

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