Mit List und Tücke (Kosmos Neuheiten Teil 3)

Wir lieben Ärgerspiele! Die Mittwochsrunde ist berüchtigt für ihre sportliche Spielweise, in der Trash-Talk und der „Austausch von Freundlichkeiten“ (O-Ton Stefan) zum guten Ton gehören. Da kommt uns die 2016er Neuheit „Mit List und Tücke“ von KOSMOS gerade recht, denn hier geht es primär darum, die werten Kollegen gepflegt in die Pfanne zu hauen.

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Das Spiel ist schlank ausgestattet: 20 Karten gibt es, auf denen sich drollig illustriert verschiedene anatromorphe Figuren wie „Bischof“, „Scharfrichter“ oder „Königin“ finden. 4 dieser Karten bekommt jeder auf die Hand und nach einer kleinen Schupfrunde (neudeutsch „Drafting“) geht es direkt ins Eingemachte.

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Reihum spielt jeder Spieler eine Karte auf seinen persönlichen Ablagestapel. Unser Ziel: Möglichst viele dieser Karten heil durch die Runde zu bringen, denn auf einigen dieser Karten sind Symbole abgedruckt, die uns Siegpunktplättchen in erschiedenen Farben  liefern. Das „heil durch die Runde kommen“ ist dabei aber leichter gesagt als getan, denn nicht alle Karten sind friedfertig. Der Abt kreuzigt die Hexe, die Giftmischerin vergiftet den Abt. König und Königin hassen sich wie die Pest: liegt der eine auf dem Tisch, stirbt die andere schon beim Auslegen (und umgekehrt).

Besonders tragisch: stirbt eine Figur, dann reißt sie alle unter sich liegenden, zuvor gespielten Figuren mit in den Tod. Besonders die letzte Karte sollte also tunlichst auf ihre Gesundheit achten. Außerdem können Karten ausgespäht, geraubt oder getauscht werden. Es gibt also ständig kräftig auf’s Mett.

Wer mordet wen?
Valar morghulis! Wer mordet wen?

Was sich aber auf den ersten Blick wie ein wildes Hauen und Stechen anhört, ist auf den zweiten Blick aber dann doch deutlich subtiler. Denn neben dem ganzen Morden und Tauschen gibt es eine feine Reihenfolgensteuerung, mit der ich durchaus beeinflussen kann, ob ich Täter oder Opfer werde. Und auch das Gedächtnis sollte funktionieren, denn zu wissen, welcher Spieler in der Runde aktuell welche Karten auf der Hand hat, kann in der richtigen Situation lebensrettend (oder -entziehend) sein.

4 Karten zum Tauschen in der Mitte, darum 4 Ablagestapel.
4 Karten zum Tauschen in der Mitte, darum 4 Ablagestapel.

Besonders pfiffig ist dabei der Wertungsmechanismus: Zwar bekommen wir in einem Durchgang ständig bunte Punktchips, aber erst am Ende des Spiels stellt sich raus, wie viel diese Chips wirklich wert sind, denn es kommen nur jene Chipfarbenkommen in die Wertung, die am Ende nicht komplett aufgebraucht wurden. Wer also z.B. Runde für Runde alle grünen Chips abräumt bis keine mehr da sind, steht am Ende mit einem Sack Plättchen da, die allesamt Null Punkte wert sind.

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„Mit List und Tücke“ dauert ca. 20-30 Minuten und ist in unserer Runde so prächtig angekommen, dass sofort eine weitere Partie hinterher geschoben wurde, eine Ehre, die an Testtagen nicht vielen Spielen zuteil wird. Insgesamt ist der erste Eindruck hervorragend: das Spiel ist zwar ein rasantes Ärgerspiel, erfordert aber volle Aufmerksamkeit und ein gutes Händchen für das richtige Timing. Natürlich gilt die Einschränkung: Man muss diese Art Spiele mit reichlich direkter Konfrontation mögen (und das tun wir). 3-4 Spieler sind angesagt, wir vermuten, dass 4 Personen auch die Idealbesetzung darstellt.

Fazit:  Randale und Krawalle wie wir sie mögen. Kommt auf die Kaufliste.

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