Reworld

Worum geht’s?

Nach Jahren harter Arbeit haben wir Menschen es endlich geschafft, die Erde kaputt zu machen. Zeit, sich die nächsten Welt vorzuknöpfen. In Reworld organisieren wir den Umzug dorthin. Und was muss alles mit in die neue Heimat? Naja, das übliche halt: Terraformer, Bautrupps, Transportdronen und ein paar Satelliten, damit wir auch im Exil noch Pro 7 gucken können.

Reworld ist ein Spiel in zwei Kapiteln: In der ersten Spielhälfte befinden wir uns noch auf der Erde und laden oben genannte Fracht in Form von kleinen Raumschiffsplättchen in Trägerschiffe, sozusagen intergalaktischer LKWs. Angekommen in der neuen Welt, laden wir den ganzen Krempel in der zweiten Spielhälfte wieder aus, um uns auf dem Exoplaneten niederzulassen. Punkte gibt es dabei für besonders effizientes Entladen und per Mehrheitenwertung für die größten errichteten Städte.

Wie geht das?

Phase 1: Das Einladen

Über 5 Runden docken wir Fracht an unsere Trägerschiffe. Dazu liegt Runde für Runde in der Mitte eine große Auswahl an kleinen Schiffen unterschiedlicher Coleur: Terraformer eröffnen Städte, Transporter befördern Bautrupps, mit denen wir ebenjene Städte ausbauen. Satelliten schließlich sind direkte Punktelieferanten. Reihum nehmen wir diese Plättchen aus der Mitte und docken sie an die linke Seite unserer Träger an. Dies geschieht mit Hilfe von Zahlenkarten, die wir unter das Schiff unserer Wahl legen. Die Karte legt dabei fest, in welcher von fünf Reihen das Schiff an unseren Träger angedockt wird.

Der Clou dabei: unsere Träger agieren tatsächlich wie Umzugswagen: Was zuerst hineingelegt wird, kommt in der Ausladephase als letztes heraus. Wir müssen das Entladen also von hinten nach vorne planen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich nicht alle Schiffe selbst entladen können. Terraformer und Satelliten haben einen eigenen Antrieb, aber Bautrupps können nur durch Transporter auf den Planeten getragen werden. Wir brauchen also einen guten Mix aus diesen Plättchen.

So füllen wir Runde für Runde unser Trägerschiff. Nach 5 Durchgängen ist alles geschafft. Klappe zu, volltanken und ab geht’s in die neue Heimat.

Phase 2: Das Ausladen

Was drin ist, muss raus: Erneut reihum entladen wir unsere Träger. Wer dran ist, lässt ein Schiff von der linken Seite des Trägers auf die rechte fliegen, wo unsere Städte entstehen. Erst die Terraformer, mit denen wir 5 Städtereihen A-F eröffnen. Dann die Bautrupps, die wir farbrein in die Städte legen. Satelliten schließlich sind reine Punktelieferanten mit Funktionen wie “3 Punkte pro blauem Bautrupp” oder “4 Punkte pro Terraformer in der A-Stadt”. Ebenso gibt es Effizienzpunkte: Als erster 5 Satelliten installiert? Punkte! Als erster alle 5 Stadtreihen eröffnet? Punkte! Und so weiter. Wenn alle Spieler ihr Zeugs entladen haben, endet das Spiel mit Mehrheitswertungen bei denen die Größe der Städte A-F gewertet werden.

Wie spielt sich das?

Reworld ist in erster Linie ein Puzzlespiel. Das Ausladen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zum Einladen, so dass wir stets von hinten nach vorne denken müssen. Dazu kommen beträchtliche Zwänge: Bautrupps müssen klug mit Transportern gemischt werden, und die Karten mit denen wir unsere Schiffe in die verschiedenen Reihen unsere Träger andocken lassen, stehen uns nur in begrenzter Zahl und in wechselnder Stückelung zur Verfügung. Und zu allem Überfluss nehmen mir die bösen Mitspieler natürlich immer gerade das weg, was ich dringend benötige. Bei all dem muss ich natürlich die möglichen Mehrheiten in den Städten im Auge behalten. Alles nur ein bisschen sammeln ist dabei kaum zielführend. Aber auch die Tempowertungen (“Als erster xyz..”) und die Satelliten sind wichtig. Klug eingesetzt können wir hier mehr als die Hälfte unserer Punkte machen.

Extrapunkte!

Das ganze ist in voller Vierspielerbesetzung fordernd und durchaus anstrengend, denn da ist unsere Kartenhand klein und die Konkurrenz groß. Erheblich entspannter läuft das Spiel zu zweit: wir haben viele Karten, große Auswahl und nur einen Nachbarn, der uns in die Suppe spucken will.

Macht das Spaß?

Definitiv ja! Das Zusammenpuzzlen der eigenen Fracht hat etwas von einer Patience, bei der man beim Einladen die verschiedenen Kartenreihen sorgfältig aufbaut, um sie dann in der Ausladephase triumphierend wieder aufzuribbeln. Das bedeute zu viert knifflige 60 bis 90 Minuten, zu zweit eine enspannte halbe Stunde, so dass Reworld je nach Besetzung unterschiedliche Stufen der Herausforderung bietet. Eine spektakuläre Spieldynamik sucht man dabei vergebens, bekommt aber viele kleine Nägelbeißereien, wenn man hofft, doch noch das begehrte Schiff zu bekommen oder als erste eine Reihe ausladen zu können.

Gibt’s was zu meckern?

Klar. Die Farbgebung. Der Designer von Reworld war offenbar ein Bewunderer Loriots (“mausgrau, staubgrau, aschgrau, steingrau”). Gut, es muss ja nicht immer knallbunt sein, aber ein paar mehr Farbakzente hätten dem Spiel gut getan. Vor allem in der ersten Partie, sehen sich alle Schiffe so ähnlich, dass es immer mal wieder zu kleinen Fehlgriffen kommt.

Grau, grau, grau …

Fazit

Reworld ist ein grundsolides, tadellos designtes und in voller Besetzung kniffliges Puzzlespiel mit einer sehr pfiffigen Grundidee. Ich würde es jederzeit ohne Zögern wieder mitspielen.

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