Photosynthesis

Was passiert?

Wir pflanzen Bäume auf’s Brett. Kleine, mittlere, große. In jeder Runde scheint die Sonne aus einer anderen Richtung auf den Wald. Bäume, die nicht im Schatten anderer Bäume stehen, geben Sonnenpunkte (=Geld).  Dabei gilt: kleinere Bäume können größere Bäume nicht verschatten. Für das Geld kaufen wir neue Bäume oder lassen bestehende Bäume wachsen. Hat ein Baum seine maximale Größe erreicht, können wir ihn fällen und dafür Siegpunkte einstreichen – je mehr desto tiefer im Wald der Baum steht.  Nach 18 Runden endet das Spiel, es gewinnt, wer am meisten Siegpunkte hat.

Nach Runde 2: Startbäume stehen am Rand, erste Jungpflanzen und Samen im Innenbereich. Links die Sonne

Wie isses?

Photosynthesis sieht putzig aus und hat einen hohen Aufforderungscharakter. Bäume verschiedener Art und Größe, dazu eine Pappsonne, die wir um das Spielfeld rotieren lassen. Das Spiel selbst entpuppt sich dann aber als eher unsentimental-darwinistische Profitmaximierung. Im Prinzip gilt: Sieh zu, dass du möglichst viele Bäume möglichst oft in der Sonne stehen hast. Nur dann generierst du genug Geld, um deinen Wald weiter auszubauen und wachsen zu lassen. Im Umkehrschluss heißt das: Wann immer möglich, sollte man die Bäume des Gegners verschatten, um ihm möglichst oft Ressourcen vorzuenthalten.

Bei Photosynthesis gilt: Mehr ist mehr. Gut beleuchtete Bäume bringen viel Geld.  Viel Geld erleichtert das Wachsen und Säen neuer Bäume was dann wiederum neues Geld bringt. Eine positive Rückkopplung. Naturgemäß gilt der Umkehrschluss: Wenig Licht àwenig Geld à wenig Möglichkeiten, sich zu verbessern. Ein Teufelskreis.

Gedrängel

Für ein Spiel, dass Optik und Thema eines positiven Familienspiels hat, ist Photosynthesis also erstaunlich gnadenlos – zumindest in der Vierpersonenbesetzung in der wir gespielt haben. Es herrscht Enge im Wald und wer sich da gut positioniert, hat erstmal allerbeste Chancen. Dabei ist auffällig, dass es keine impliziten Mechanismen gibt, die den Führenden ausbremsen. Einen vermeintlich davoneilenden Kollegen einzufangen, muss also explizit durch die Mitspieler geschehen. Auch das ist für ein putziges Eurospiel eher ungewöhnlich.

Fazit

Zumindest in der vollen Viererbesetzung hat mir Photosynthesis im Erstspiel nicht sonderlich gefallen. Die Enge auf dem Brett ist enorm und man scheint nicht wirklich aktiv auf gute Plätze für die eigenen Setzlinge spielen zu können. Wenn sich ein attraktiver Ort ergibt, nutzt man ihn, ansonsten wurschtelt man sich so durch und nimmt, was man kriegen kann. Wer stark von den anderen eingebaut wird, kann sich auf magere Zeiten einstellen und den Gesamtsieg abhaken. Aber – zugegeben – vielleicht ist gerade das die Kunst bei Photosynthesis: die eigenen Bäume eher defensiv am Rand zu platzieren, um zu verhindern, komplett zugestellt zu werden.  Insgesamt: Ist vielleicht weitere Runden wert.

 

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