11.11.2018 – Solenia

Spielegrafik: Was haben wir da schon alles gesehen: Naturalistisch, cartoonmäßig, vollgestopft, minimalistisch, überladen, reduziert. Aber hatten wir schon mal ein Spiel, bei dem es auf dem Plan hell und dunkel wird, allein durch grafische Elemente?

Solenia heisst der Titel bei dem genau das passiert. Die Story: Auf einem Planeten ohne Rotation ist die eine Seite komplett dunkel, die andere stets hell. Mit einem Luftschiff umkreisen wir diese Welt, sammeln Güter ein und liefern sie in Städte rund um den Globus. Zwei Arten Städte gibt es: Solche die im Licht stehen, und die die in der Dunkelheit ihr Dasein fristen.

Noch stehen wir im Licht

Vor uns breitet sich der Plan aus: Eine modulare Ansammlung von Orten. Einige liefern Güter, auf anderen laden wir sie ab – gegen Siegpunkte natürlich. Was abzuladen ist, zeigen Zielplättchen neben dem Plan – getrennt für Licht- und Dunkelstädte.

Winter is coming

Motor des Spiel sind Karten, die wir auf die Orte legen und so definieren wann und wo es Güter oder Siegpunkte gibt. Nächstes originelles Element: die Karten haben ein Loch in der Mitte, so dass man nach der Ablage auf dem Plan immer noch sehen kann, was sich darunter verbirgt.

Zappenduster

Zentral auf dem Spielplan thront majestätisch unser (gemeinsames) Luftschiff. Der Clou des Spiels: In regelmäßigen Abständen bewegt sich dieses Gefährt vorwärts. Wann immer das passiert, wird der hinterste Teil des Plans abgebaut und vorne wieder angelegt. Das spannende daran: durch diese Rotation ändert sich der Plan fortwährend. Licht und Dunkel wechseln sich ab, Städte verschwinden hinter dem Horizont, schütten ein letztes Mal Waren aus. Und am andere Ende tauchen auf wunderbare Weise neue Felder auf. So ist alles im Fluss und ständig verändert sich, was wir erbeuten können und was abzugeben ist.

Im Grundsatz ist Solenia zunächst ein weiteres Ressourcensammelspiel: Kram zusammenraffen und gegen Siegpunkte wieder rausrücken: das hört sich wenig spannend an. Solenia schafft es aber, dies auf interessante Art neu zu präsentieren: das routinierte Sammeln und Abgeben bekommt durch den sich ständig ändernden Plan einen interessanten neuen Dreh. Denn ein ums andere Mal kann es passieren, dass die Stadt die man eben noch beliefern wollte durch die Aktionen der lieben Mitspieler hinter dem Horizont verschwunden ist.

Loch an Loch …

Das spielt sich sehr flüssig und mit positiven Grundgefühl: klar, man schnappt sich ab und zu mal was weg, dreht das Spielfeld etwas schneller als vom Gegner erwartet aber insgesamt geht es bei Solenia sehr friedlich zu. Und mit knapp unter 60 Minuten haben wir heute einen weiteren Titel aus der Klasse Weltlergewicht.

Rohstofflager

Fazit: Uns hat die Probepartie dieses im wahrsten Sinne rund laufenden Spiels gut gefallen. Und ich bleibe dabei: Die grafische Präsentation sucht ihresgleichen. Beiden zusammen heisst: Daumen hoch!

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