14.11.2018 – Crown of Emara (und: Qwantum)

Um Adelstitel ringen heute: Stefan, Jochen, Hubert, Jerry.
Gerungen wird um: Die Krone von Emara

Ich habe mich ja schon wiederholt über sammel-dies-sammel-das-Spiele lustig gemacht. Und jetzt liegt schon wieder eins auf dem Tisch. Kann das gutgehen? Es geht!

Crown of Emara ist ein weiteres Ressourcensammelspiel, bei dem wir Waren einsacken, um sie dann siegpunktträchtig wieder abzugeben. Aber – man wundert sich – sogar in diesem antiken Genre gibt es immer noch neue Kniffe.

Vor uns ein zweigeteilter Spielplan: Eine Hälfte zeigt das Land, wo wir Holz, Steine, Getreide und Tuch erwirtschaften. Die andere Seite spielt in der Stadt, wo ebenjene Waren wieder lukrativ ausgegeben werden. Wir investieren dabei zum einen in unsere eigene Infrastruktur: bessere Produktion, Tauschoptionen, Rabatte.  Und zum anderen natürlich – direkt oder indirekt in Siegpunkte, indem wir die Waren beim Klerus, im Palast oder bei diversen Gilden abdrücken.

Der erste schöne Dreh: es gibt zwei Arten Siegpunkte, die wir möglichst gleichmäßig einsacken sollten, denn – Reiner K. lässt grüßen – nur der niedrigere der beiden Scores zählt am Ende.

Der zweite schöne Dreh ist die grundsätzliche Zugstruktur: Auf den beiden Spielplanhälften haben wir getrennt agierende Spielfiguren, die wir jeweils brav im Uhrzeigersinn ziehen um auf dem Zielfeld dann unsere Aktionen durchzuführen.

Zum Bewegen der Figuren hat jeder Spieler hat dieselben 9 Karten. 3 pro Runde ziehen wir und spielen sie dann in möglichst cleverer Reihenfolge aus. Dabei hat jede Karte zunächst eine Grundfunktion, zumeist Einkommen, und löst zudem eine Bewegung eine meiner Spielfiguren aus. Dabei gilt: ich habe stets eine 1er, einer 2er und eine 3er Bewegung – nur wo und in welcher Reihenfolge ich dies auslöse bleibt mir überlassen.

Am Hof gibt’s punkteträchtige Siegelringe

Im Praxistest fühlt sich Crown of Emara zunächst mal äußerst friedlich an. Interaktion gibt es kaum. Dann und wann man ein zartes Wegschnappen von Karten, aber das war’s auch schon. Kein Wunder: 1-4 Spieler steht auf der Schachtel. Da negative Effekte selten sind und Mangel ein Fremdwort ist, kann man sich voll auf die Optimierung des eigenen Zuges konzentrieren. Denn jede einzelne Runde ist ein kleines Puzzle: drei Karten, drei Bewegungen, drei (oder mehr) Sonderaktionen. Das ist fordernd ohne dabei in Stress auszuarten.

Auf dem Markt …

Überhaupt gibt es in Crown of Emara an allen Ecken und Enden Extrawürste: Extra Waren, extra Siegpunkte, extra Geld, extra Tauschmöglichkeiten. Man wird selten gebremst, dafür um so häufiger beschleunigt. Das ist – zumindest nach einem harten Arbeitstag – eine angenehme Spielerfahrung.

Mir persönlich gefällt dabei besonders das Prinzip, dass alle mit dem gleichen Kartensatz agieren aus dem Runde für Runde nur ein zufälliges Subset zur Verfügung steht. Das ist ein Prinzip, das in Stefan Felds großartigem Notre Dame schon prächtig funktioniert hat und auch hier für allerlei positive Hirnzwirbelei sorgt.

Fazit: Keine Innovationsgranate, sondern einfach nur ein Spiel, das Spaß macht ohne Stress auszulösen. Darf wieder auf den Tisch kommen.


Für’s Protokoll:

Absacker des Abends: Qwantum von R.Staupe.

Roll and Write. Einer würfelt, sucht eine Farbe aus. Die anderen nehmen was übrig bleibt. Zeilen fabrrein aufschreiben, erst aufsteigend dann absteigend. In jeder Spalte Punkte für den zweitkleinsten Wert. Fazit: Der Nachfolger von Qwixx und Qwinto ist der schwächste der Reihe. Ich bleibe bei Qwixx.

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