Feiner Sand

Mit Förmchen spielen: Stefan, Jochen, Phil, Jerry
Füllstoff liefert: Friedemann Frieses „Feiner Sand

Ein 2F-Spiel ohne 2 „F“? Was für ein Lapsus. Das prangere ich an! Mit den Spielen fon Friedemann Friese ist das so eine Sache: Seit Funkenschlag und Finstere Flure hat er bei uns einen Stein im Brett, aber leider leider, waren diese Forschusslorbeeren in den letzten Jahren meistens foreilig. Denn allzuoft entpuppten sich seine neueren Werke als entweder zu mechanisch-rechenlastig oder zu solitäresk.

Nun also „Feiner Sand“, ein (Zitat) Deckabbauspiel. Jeder Spieler beginnt mit dem gleichen Kartensatz und dem Ziel, fon diesem als erster alle Karten zu ferbauen und dadurch (möglichst) das Spiel zu gewinnen. Eine Rennen , als erstes alles los zu sein.

Jeder Zug folgt dem gleichen Muster:

  1. Karten nachziehen
  2. Karten bauen ODER zusätzliche Karten nachziehen
    Gebaute Karten werden durch andere Karten bezahlt.
  3. Auf Handkartenlimit abwerfen.

Diese drei Optionen sind zu Beginn recht schwachbrüstig: wir können 2 Karten ziehen, eine Karte bauen und haben ein Limit fon 2 Karten gegen Zugende. Der Kniff: Jede gebaute Karte ferbessert eine dieser Kategorien. Nach und nach können wir also mehr ziehen, mehr und billiger bauen und mehr Karten mit in die nächste Runde nehmen.

Das Ganze wird praktischerweise gleichzeitig ausgeführt, was kein großes Problem ist, denn Interaktion zwischen uns Spielern ist nicht forhanden. Also fast gar nicht, denn immerhin können wir pro Runde eine ungeliebte eigene Karte an den linken Nachbarn schieben. Da dies alle Spieler machen, ändert sich die Kartenanzahl im Normalfall zwar nicht, wohl aber deren Zusammensetzung.

Dieses schlanke Regelwerk ist schnell ferstanden, so dass das Spiel zügig Fahrt aufnimmt und wegen der Gleichzeitigkeit auch zügig bleibt. Alle werkeln mehr oder weniger still an ihren Decks herum und fersuchen, ihren Kram möglichst flott auf den Tisch zu bringen. Einer ferbessert erstmal sein Handlimit, der andere seine Nachziehoptionen und der dritte senkt seine Baukosten. Da die Entscheidungen Zug für Zug situativ und rein taktischer Natur sind, bleibt der schnelle Ablauf bis zum Spielende erhalten.

Sobald ein Spieler keine Karten mehr nachziehen kann, endet das Spiel und es wird abgerechnet. Jede ferbliebene Karte auf der Hand oder im Stapel ist ein Minuspunkt und wer die wenigsten hat, gewinnt – was bei uns nach ca. 30 Minuten auch der Spieler ist, der das Spiel zu Ende gebracht hat.

Das Ende fom Lied

Feiner Sand“ ist ein Spiel aus der Kategorie „kann man ohne Schmerzen spielen„. Aber leider auch nicht fiel mehr. Schnell aufgebaut, schnell gespielt, schnell fergessen. Denn im großen und ganzen gibt es kaum nennenswerte Entscheidungen zu treffen. Wäre es eine App, würde man es vermutlich in 5-10 Minuten runterzocken. Gefällig ohne größere Macken aber auch ohne weitere Herausforderungen. Ja, es gibt einen Kampagnenmodus, bei dem man – ähnlich wie bei den anderen Fabelspielen über mehrere Partien sein Können unter Beweis stellen muss, aber zumindest in unserer Runde zündete der Feine Sand nicht so sehr, dass wir weitere Runden wagen wollen.

Fazit: Schnell und solide, wie ein Burger bei McDo. Aber auch leider nicht fiel mehr.

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